Bisher wenig von der Finanzwelt beachtet, stehen gravierende Änderungen der Unternehmensstruktur der Accor S.A. bevor.
Während einer Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des vierten Quartals und des Gesamtjahres 2025 bestätigte Accor-Chef Sébastien Bazin, dass Gespräche über einen Ausstieg des Unternehmens aus seiner Essendi-Beteiligung – ehemals AccorInvest – geführt werden und dass ein möglicher Ausstieg aus der Luxus- und Lifestyle-Sparte Ennismore nicht ausgeschlossen ist. Dabei wird Bazin mit den Worten zitiert: Accor muss die Essendi-Transaktion im Jahr 2026 abschließen.
Am 20.01.06 war auf Seite17 der Depesche für das Management, Neue Fakten hotelintern zu lesen: Die HV der Accor S.A.hat eine neue Organisation der Unternehmensführung abgesegnet. An die Stelle des bisherigen Systems aus Vorstand und Aufsichtsrat tritt nun ein Verwaltungsrat und ein „Executive Committee“. Der Verwaltungsrat hat 17 Mitglieder. Es sind dies (in alphabetischer Reihenfolge): Thomas J. Barrack, Gründer, Chairman, und „Chief Executive Officer“ von Colony Capital, Sébastien Bazin, „Principal“, „Managing Director Europe“ und „Chief Executive Officer“ von Colony Capital, Isabelle Bouillot, Beraterin, Philippe Camus von der Groupe Lagardère, Aldo Cardoso, Unternehmensberater, Philippe Citerne von der der Société Générale, Etienne Davignon von Suez Tractebel, Gabriele Galateri di Genola von der Mediobanca S.p.A., Sir Roderic Lyne, ehemaliger Botschafter Großbritanniens, Dominique Marcel von der Caisse des Dépôts et Consignations, Francis Mayer, ebenfalls Caisse, Gilles Pélisson, Baudouin Prot von der BNP-Paribas, Franck Riboud von Danone, Jérôme Seydoux von Pathé SAS, Theo Waigel, ehemaliger Finanzminister, Serge Weinberg von Weinberg Capital Partners.
Den Gründern von Accor, Paul Dubrule und Gérard Pélisson, wurde eine beratende Stimme in den Sitzungen des Verwaltungsrates eingeräumt. Serge Weinberg ist Vorsitzender des Verwaltungsrats.
Gilles Pélisson, aus der Familie des Firmengründers, wurde Vorsitzender des „Executive Committee“ und Generaldirektor der Accor S.A.

Da begann der nicht aufzuhaltende Aufstieg von Sébastien Bazin an die Spitze von Accor und es begann der Anstieg zu einem weltumspannenden Unternehmen, gelungen auch durch beständige Abspaltungen und Zukäufe von Unternehmen.
Jean-Jacques Morin, stellvertretender CEO und CEO der Accor-Gruppe, wird aus der erwähnten Telefonkonferenz mit den Worten zitiert, der Ausstieg aus Essendi sei sehr komplex.„Aufgrund der Art der beteiligten Personen, also erfahrener Investoren, braucht es Zeit, alle Beteiligten auf einen Nenner zu bringen“, sagte er und fügte hinzu, Accor liege weiterhin im Zeitplan, um den Deal abzuschließen. Ennismore sei nach wie vor eines der größten Alleinstellungsmerkmale von Accor, sagte Bazin und fügte hinzu, dass sich an Accors Einschätzung vom Oktober hinsichtlich eines möglichen Ausstiegs nichts geändert habe.
Ennismore ist ein Unternehmen im Bereich der Lifestyle-Hotellerie. Es fungiert als globales Kollektiv von Marken, die ursprünglich von Unternehmern und Gründern ins Leben gerufen wurden. Accor hält die Mehrheit von 66,67 %, während der Ennismore-Gründer Sharan Pasricha 33,33 % hat. Es ist noch nicht lange her, dass Ennismore bei Accor ist. Die Fusion wurde offiziell am 04.10.21 abgeschlossen.
Essendi meldet für 2025 Umsatz in Höhe von € 3,4 Mrd. (+0,8 % ), die Auslastung stieg auf 73 % und die Erlöse pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) erreichten € 82 € (+0,7 %). Das vierte Quartal brachte ein starkes Jahresende, mit einem RevPAR-Plus von +4,4 % und einem EBITDA plus von 8,9 %. Essendi ist bekanntlich als AccorInvest als Ausgründung der Accor Gruppe entstanden und vereinigt Hotelbesitz und -betrieb– eine besondere Positionierung im Gastgewerbe.
Mit der Übernahme der Hotelgruppe Orbis wurde die Präsenz in Osteuropa ausgebaut und damit die Position als führender Hotelbesitzer und -betreiber in der Region gestärkt.
Dabei ist der Firmenname relativ jung. Er wurde Am 28. April 2025 eingetrgen.
Bei Ennismore handelt es sich um ein Joint Venture, das mehrheitlich (66,67 %) dem französischen Hotelkonzern gehört, der an der Pariser Börse (Euronext Paris) notiert ist. Die restlichen Anteile halten der Gründer Sharan Pasricha (ca. 33,33 %) sowie ein katarisches Konsortium, das 2022 eine Minderheitsbeteiligung erwarb. Laut Accor wird ein Börsengang geprüft, was die Liquidität erhöhen, die Flexibilität für künftige Übernahmen stärken und den Wert der Lifestyle-Sparte besser sichtbar machen soll. Alles Argumente, die immer angeführt werden, wenn solche Trnsaktionen bei Accor anstanden.
Accor meldete für das Gesamtjahr 2025 einen Anstieg des Umsatzes pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) um 4,2 %, darunter ein RevPAR-Anstieg von 7 % im vierten Quartal, wie aus der Gewinnmitteilung hervorgeht. Das RevPAR-Wachstum des Unternehmens übertraf damit die Prognosen, die für 2025 Zuwachs im Bereich von plus 3 % und 4 % vorhergesagt hatten.
Quellen: Archiv, Recherche und Material von CoStar
1 Gedanke zu „Was bei Accor bevorsteht“
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