Kommentare zur Tourismusstrategie

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) begrüßt die am heutigen Mittwoch (28.01.26) vom Bundeskabinett beschlossene Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung ausdrücklich. Sie fokussiert auf einen stabilen Wachstumskurs der heimischen Wirtschaft durch konsequenten Bürokratieabbau, spürbare Entlastungen sowie mehr Flexibilität für die Branche. In der offiziellen Mitteilung heißt es u.a.: In wenigen Monaten ist dem Koordinator der Bundesregierung für „Maritime Wirtschaft und Tourismus“, Dr. Christoph Ploß, gelungen, was in der vorherigen Bundesregierung Jahre dauerte. Aus Sicht des Gastgewerbes setzt die Strategie mit ihren Schwerpunkten zum Bürokratieabbau, zur Fachkräftegewinnung oder auch zur Flexibilisierung des Arbeitszeitrechts die richtigen Akzente. Das Papier betont die große wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Tourismus und insbesondere des Gastgewerbes.

Positiv bewertet wird im Kommentar insbesondere die angestrebte Reform des Arbeitszeitgesetzes. Die Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit schafft für Betriebe und Beschäftigte die dringend benötigte Flexibilität – gerade im People-Business Gastgewerbe mit seinen starken Nachfragespitzen.

Auch der klare Fokus auf konsequenten Bürokratieabbau, weniger Berichtspflichten, straffere Verfahren, Praxischecks und keine Übererfüllung von EU-Vorgaben entspricht dem dringenden Entlastungsbedarf in unserer Branche ebenso wie verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten und die Senkung der Körperschaftsteuer.

Mit dem Setzen von Arbeitsanreizen, schnelleren Verfahren und einer zentralisierten „Work-and-Stay-Agentur“ sind weitere wichtige Stellschrauben benannt, um den gastgewerblichen Arbeitsmarkt zukunftsfest zu machen.

Auch andere Verbände, so z.B. der Hotelverband Deutschland (IHA) und der BTW beurteilen die Tourismusstrategie der Bundesregierung positiv, das tut auch die Denkfabrik Gastwelt. Die kann sich allerdings eine Mahnung nicht verkneifen: Die Strategie bleibe aus Sicht der DZG an einigen Stellen deutlich hinter ihrem eigenen Anspruch zurück. In einigen Teilen handele es sich um eine Bündelung bereits laufender oder ohnehin geplanter Vorhaben, bei denen der Tourismus eingebunden werde, ohne selbst klarer Treiber politischer Initiativen zu sein. Ein übergeordnetes Zukunftsbild fehle bislang und müsse im weiteren Prozess schnellstmöglich entwickelt werden. „Die aktive Unterstützung der Gastwelt und ihrer 250.000 Unternehmen darf nicht mit dem Kabinettsbeschluss enden“, so der Chef des Verbandes, Marcel Klinge.

Auch das angekündigte „Tourismuspolitische Forum“ auf Bundesebene sieht die Denkfabrik mit klaren Erwartungen. Entscheidend sei, wie verbindlich es ausgestaltet werde und ob es tatsächlich in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werde. Ohne klare Aufgaben und politische Andockpunkte bestehe die Gefahr, dass das Gremium ineffizient werde. Ähnliches sei in der vergangenen Wahlperiode mit der „Nationalen Plattform Zukunft des Tourismus“ passiert. Das dürfe sich angesichts der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation nicht wiederholen.

Das Beitragsfoto ist ein Screenshot von der Webseite des DEHOGA