Chief Executive Officer großer internationaler Hotelkonzerne machen sich Sorgen um das Incoming der USA. In einer Rede während der Sitzung „Boardroom XXV: Confronting Change“ auf dem 25. jährlichen Americas Lodging Investment Summit sagte Tony Capuano, Präsident und CEO von Marriott International, dass sein Unternehmen derzeit versucht, Regierungsbeamte davon zu überzeugen, internationalen Reisenden gegenüber offener zu sein. Elie Maalouf, CEO von IHG Hotels & Resorts, stimmte zu, dass „die Hürden beim Reisen immer noch viel, viel zu hoch sind.“
Maalouf wies darauf hin, dass die USA im globalen Vergleich einfach nicht den Anteil internationaler Reisender erhalten, der ihnen aufgrund ihrer Größe und kulturellen Bedeutung zustehen würde. „Letztes Jahr begrüßten die USA 68 Millionen, sagen wir 70 Millionen internationale Besucher, ein Rückgang von 6 % gegenüber dem Vorjahr.

Tatsächlich ist der Trend aber schon seit 2019 rückläufig. Andere Destinationen sind weitaus erfolgreicher als die USA. Bangkok z.B. ist mit 36 Millionen Besuchern p.a. die meistbesuchte Stadt der Welt. Die USA habe unzählige Destinationen, die es mit der Attraktivität Bangkoks aufnehmen können, aber längst nicht so viel Zuspruch.
Capuano äußerte die Hoffnung, dass eine Präsidentschaftsregierung, die sich auf Handelsdefizite konzentriert, die Zahlen analysieren und erkennen werde, dass hier ungenutzte Chancen ruhen. Die USA hatten vor zehn Jahren einen Reiseüberschuss von $ 50 Mrd. und im Jahr 2025 ein Defizit von $ 70 Mrd.
Capuanos Hoffnungen sind tönern, denn gerade sind die Einreisebestimmungen der USA verschärft worden. Auch wer Staatsbürger eines ESTA-fähigen EU-Landes (wie Deutschland) ist, gilt die ESTA-Berechtigung – Einreise ohne Visum für einen Zeitraum von höchstens 90 Tagen – nicht, wenn nach dem 1. März 2011 in Ländern wie Iran, Irak, Libyen, Somalia, Sudan, Syrien, Jemen oder Nordkorea gereist wurde oder nach dem 12. Januar 2021 nach Kuba. Auch eine doppelte Staatsangehörigkeit mit einem der oben genannten Länder (z. B. Iran oder Kuba) hat, ist von ESTA ausgeschlossen.
Das alles mag marginale Bereiche betreffen, ist gibt allerdings noch ein Damokles Schwert: Es wird konkrete erwogen, ab Februar 2026 die Offenlegung aller Social-Media-Aktivitäten der letzten fünf Jahre zur Pflichtangabe im ESTA-Antrag zu machen. Bisher war diese Angabe freiwillig; eine Verweigerung könnte künftig zur Ablehnung des Antrags führen. Und eine neue Regelung sieht vor, dass alle ausländischen Staatsangehörigen bei der Ein- und Ausreise fotografiert werden können, um biometrische Daten an Flughäfen und Grenzübergängen zu erfassen. Das sind dann schon fast Ostblockmanieren.
Quellen:Auswärtiges Amt und Material von CoStar