Dass mit Kaufempfehlungen der Aktienkurs von Unternehmen beeinflussbar ist, ist ein aller Hut. Man kann ihn auch beeinflussen, indem man Aktien kauft. Wenn es genug sind, ist auch ein AR-Mandat möglich. Das hat soeben Corvex Management LP probiert. Der in New York ansässige Vermögensverwalter gab bekannt. seine verbundenen Fonds hätten rund 10,2 Millionen Aktienäquivalente an Whitbread PLC erworben, was einen Anteil von ungefähr etwa 6,05 % des britischen Gastgewerbeunternehmens entspricht. Corvex erklärte: „Unserer Ansicht nach spiegelt der aktuelle Aktienkurs mehrere wichtige Geschäftsbereiche des Unternehmens nicht wider, darunter das in Großbritannien betriebene Pachtportefeuille, die deutschen Hotelimmobilien sowie die sich im Bau befindlichen, aber noch nicht in Betrieb befindlichen Entwicklungsprojekte.“

Nach Bekanntwerden stieg der Aktienkurs von Whitbread um etwa 6 % gegenüber dem Schlusskurs vom Vortag. Das relatevierte sich dann wohl, denn Bloomberg berichtete, dass die Aktien von Whitbread um „bis zu 4,5 % gestiegen sind und damit am 18. Dezember den größten Kursgewinn im FTSE 100 verzeichneten“.
Der Einstieg von Corvex bei Whitread ist wohl dem Umstand zuzuschreiben, dass der neue Aktionär meint, die Whitbread-Aaktie sei unterbewertet. „Nach dem kürzlich angekündigten britischen Haushalt und den Änderungen bei den Einheitswerten und Gewerbesteuern sind wir der Ansicht, dass [Whitbread] eine strategische Überprüfung vornehmen sollte, um seine Prioritäten bei der Kapitalallokation und seine allgemeine strategische Ausrichtung zu bewerten“, hieß es in der Erklärung von Corvex.
Damit allerdings wurden offene Türen eingerannt. Bereits am 28. November reagierte Whitbread auf die Haushaltsrede der britischen Regierung und gab neue Leitlinien heraus. „Wir gehen davon aus, dass die Änderungen der Gewerbesteuer im Rahmen des Haushaltsplans im Geschäftsjahr 2027 in Kraft treten werden. Unsere vorläufige Schätzung geht von einem Effekt zwischen 40 und 50 Millionen Pfund aus“, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. „Wir erwarten nun eine Bruttokosteninflation in Großbritannien (einschließlich Gewerbesteuer) zwischen 7 % und 8 % auf Basis unserer britischen Kostenbasis von 1,7 Milliarden Pfund. Dank beschleunigter Effizienzsteigerungen in Höhe von 60 Millionen Pfund wird die Nettokosteninflation in Großbritannien voraussichtlich m Bereich von 3,5 % und 4,5 % liegen.“
Quelle: CoStar