Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem, was die Bundesregierung mit ihrem Reformpaket ihr zumutet, macht nicht vor den Verbänden halt. Nun ist die Abschaffung der Minijobs zwar vom Tisch, aber sie werden wieder etwas unattraktiver. So reagiert der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband (DEHOGA Bundesverband) mit deutlicher Kritik auf den Kabinettsbeschluss zur Einkommensteuerreform: „Wer sich politisch zum Minijob bekennt, muss ihn auch bezahlbar halten“, erklärt Präsident Guido Zöllick. „Die Erhöhung der Pauschalsteuer bei Minijobs von zwei auf fünf Prozent ist das völlig falsche Signal. Minijobs müssen bezahlbar bleiben. Wer ihre Kosten immer weiter nach oben treibt, greift unmittelbar die Beschäftigungsfähigkeit der Branche an und nimmt Betrieben wie Beschäftigten die notwendige Flexibilität.
Jeder zweite Beschäftigte im Gastgewerbe arbeitet auf Minijobbasis. Gerade abends, an Wochenenden, bei Veranstaltungen und in Saisonzeiten sind diese Beschäftigungsverhältnisse unverzichtbar. Die steigenden Personalkosten sind mit Abstand die größte Herausforderung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Der Bundestag sollte sich bei der Beratung des Gesetzespakets einmischen und verhindern, dass die Unternehmen weitere Belastungen schultern müssen
Bereits kurz vor der Sommerpause wurde der Arbeitgeberbeitrag zur Krankenversicherung von 13 auf 17,5 Prozent angehoben. Weitere Belastungen durch einen Arbeitgeberbeitrag zur Pflegeversicherung stehen ebenso im Raum wie Eingriffe in den rentenrechtlichen Sonderstatus der Minijobs.
Deutschland braucht eine Steuerpolitik, die Arbeit und Unternehmertum tatsächlich entlastet. Viele gastgewerbliche Betriebe sind mittelständische Personenunternehmen und versteuern ihre Gewinne über die Einkommensteuer. Zusätzliche Belastungen nehmen ihnen genau die Mittel, die sie für Investitionen, Arbeitsplätze und Zukunftssicherung benötigen. Darauf verweist der Verband.
Das Beitragsfoto zeigt die Darstellung, wenn nach DEHOGA bei Google gesucht wird.