Marktmacht der Onlineportale adieu?

Künstliche Intelligenz wird das Buchungsverhalten von Hotels erneut auf den Kopf stellen. Die Marktmacht der Onlineportale könnte nur von kurzer Dauer gewesen sein. Die spüren vielleicht schon die Gefahr. Ein Indiz: Die Federal Trade Commission wird voraussichtlich gegen Booking Holdings wegen der Beziehung von Priceline zu Guest Reservations vorgehen. Guest Reservations betreibt Websites, die „oft höhere Preise und Gebühren für Hotelzimmer verlangen, gegen Regel verstoßen, die die Nachahmung anderer Unternehmen verbietet, sowie anderer Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Gebühren“, berichtet Reuters hinter der Bezahlschranke. Jeder Dollar und jeder Euro ist den Onlineportalen recht.

Wie Reuters auch mitteilt, hat Booking.com den Weg zu FTC angetreten, um eine mögliche Klage wegen „Offenlegungspflichten, Gebühren, Kundensupport und Abrechnungspraktiken“ erst gar nicht entstehen zu lassen.

Zurück zu KI. Führungskräfte, die auf der Lodging Conference 2026 angetroffen wurden, äußerten die Ansicht, dass künstliche Intelligenz eine große Bedrohung für das aktuelle Geschäftsmodell der Hotellerie darstellt. Das ist auf Marken ausgerichtet. Derer kann sich die Hotellerie auf vielfältiger Weise bedienen, z.B. mit einem Managementvertrag oder mit Franchise. Marken verkaufen sich wie frisch gebackene Brötchen. Wie viele Übernachtungen bekomme ich, z.B. im Hilton, zu welchem Preis?

Das wird sich ändern. KI ermöglicht es, eine Transaktion – also z.B. die Buchung eines Hotelzimmers für eine Nacht –, in einen Dialog, in eine persönliche Geschichte zu verwandeln. Denn man wählt das Hotel nicht mehr anhand einer Liste von Kriterien aus, sondern beauftragt den KI-Agenten die Bedürfnisse mit dem abzugleichen, was das Hotel hat und dann zu buchen. Dann werden andere Dienstleister, die sich bisher damit ihren Lebensunterhalt verdienten, leer ausgehen.

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