Aufsichtsbehörden haben ein wachsames Auge auf Online-Portale, wenn es darum geht, den Wettbewerb zu schützen. Google ist so in die Schusslinie geraten, und die EU-Kommission hat festgestellt, die Plattform habe gegen Digital Markets Act (Gesetz über digitale Märkte, DMA) verstoßen, welches „Gatekeeper“ verpflichtet Wettbewerbsvorschriften einzuhalten.
DMA wurde am 14.09.22 vom Europäischen Parlament und vom Rat verabschiedet, wurde am 12.10.22 im Amtsblatt veröffentlicht, trat am 01.11.22 in Kraft und wir seit dem 02.05. 23 angewendet. Wer wissen will, was in DMA drin steht, kann sich beim Wirtschaftsministerium erkundigen.
Die Europäische Kommission hat Google mit einer Geldstrafe von € 890 Millionen belegt, weil das Unternehmen gegen Vorschriften des DMA verstößt, seinen eigenen Diensten, darunter Hotels und Shopping, gegenüber Drittanbietern bei der Suche eine Vorzugsbehandlung gewährt.
Google erwägt, Berufung einzulegen. Kent Walker, Präsident für globale Angelegenheiten bei Google und Alphabet, sagte, der EU-Digital Markets Act werde die Suchfunktionen für Nutzer ruinieren.
„Die Umsetzung des DMA führt weiterhin zu Problemen mit alltäglichen Produkten. Um den Vorgaben zu entsprechen, müssen wir Echtzeit-Suchfunktionen, die Europäer lieben – wie Sofortpreise und direkte Verfügbarkeit für Hotels, Flüge und Restaurants – entfernen und Sicherheitsvorkehrungen bei Google Play demontieren“, wird Walker in englischsprachigen Medien zitiert.
Ein anderer Fall ist einige Etagen tiefer angesiedelt. Ein chinesisches Online-Reisebüro ist zu einer Geldstrafe von $ 770 Millionen verdonnert
Laut einem Bericht von Reuters drohen dem in Shanghai ansässigen Reiseveranstalter Trip.com Group Bußgelder in Höhe von 5,2 Milliarden Yuan (ca. $ 770 Millionen) von chinesischen Aufsichtsbehörden. Diese werfen dem Online-Reisebüro vor, seine marktbeherrschende Stellung bei Hotelbuchungen missbraucht zu haben.
Die Nachrichtenagentur merkt an, dass die Aufsichtsbehörden behaupten, das Unternehmen habe „Verkehrsverteilungsmechanismen, Plattformregeln und technische Maßnahmen eingesetzt, um exklusive Verträge mit einigen Hotels abzuschließen und so die niedrigsten Preise anbieten zu können“.
Die Aufsichtsbehörden sollen das Online-Reisebüro außerdem dazu veranlasst haben, 122 Millionen Yuan an Buchungsanzahlungen zurückzuerstatten, die es von den Hotels erhalten habe.
Das Beitragsfoto ist ein Screenshot von der Webseite Googles